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Biohacking verspricht mehr Leistung und Konzentrationsvermögen. Doch ganz so unbedenklich ist der Lifestyle nicht. Hier liest du, was du beachten solltest und wie du dein Leben gesund verbesserst.

Biohacking: Das steckt hinter dem Begriff

Biohacking verbindet Biologie mit moderner Technologie. Die Bewegung startete um 2005 in den USA und findet inzwischen weltweit Anhänger. Wie Computerhacker suchen Biohacker nach Schwachstellen im menschlichen Körper. Ihr Ziel ist es, die Lebensweise so zu optimieren, dass Körper und Geist mehr Leistung bringen.

Biohacker suchen zum Beispiel nach Methoden, um besser zu schlafen, Stress abzubauen und die Energie zu steigern. Dafür führen die Hacker Messungen an sich selbst durch, die sie dokumentieren und analysieren. Sie verwenden dazu technologische Hilfsmittel wie zum Beispiel Fitnesstracker am Handgelenk, spezielle Brillen die Lichtwellen filtern oder Atemmasken.

Mithilfe ihrer Ergebnisse ermitteln sie, wie ihr Körper auf einen bestimmten Reiz reagiert. Wichtig für Biohacks ist es, den Körper genau zu verstehen, um ihn dann im richtigen Moment zu beeinflussen oder zu verbessern.

Ein Beispiel für Biohacking: Bullet-Proof Coffee

Der US-Amerikaner Dave Asprey entwickelte auf Grundlage von Biohacking den Bulletproof-Coffee.

  • Ernährung: Laut Asprey hat der Bulletproof-Coffee seinen Ursprung im traditionellen tibetanischen Tee mit Yakbutter hat. Asprey wandte das selbe Prinzip auf Kaffee an: Er reicherte ihn mit zerlassener Butter oder Ghee an. Die Fettsäuren in der Butter spenden dem Körper Energie. Das Koffein pusht gleichzeitig den Kreislauf.
  • Stimulanzien: Biohacking nutzt oft psychoaktive Substanzen, die den Geist anregen. Das sind zum Beispiel pflanzliche Stoffe, wie hier das Koffein. Es kann aber auch Musik sein, die dich in eine gewünschte Stimmung bringt.

Der Stoffwechsel reagiert auf den Bulletproof-Coffee. Es kommt zu messbaren Veränderungen im Körper, de gezielt hervorgerufen wurden – darum geht es beim Biohacking.

Biohacking geht durch den Magen

Biohacking verzichtet oft auf Kohlenhydrate
Biohacking verzichtet oft auf Kohlenhydrate (Foto: CC0/pixabay/zuzyusa)

Biohacking beginnt bei der Ernährung. Durch bestimmte Nährstoffe kann der Körper besser funktionieren – so sehen das die Biohacker. Deshalb ernähren sich die meisten wie folgt:

Deshalb ernähren sich Biohacker oft ketogen oder low carb. Dabei ersetzen hochwertige Fette die Kohlenhydrate als Energiespender. Viele Low-Carb-Diäten empfehlen Fleisch, Fisch und Milchprodukte als Quelle für essentielle Fettsäuren. Pflanzliche Öle wie Leinöl oder Distelöl enthalten diese aber ebenfalls. Hülsenfrüchte, wie Bohnen oder Linsen können als Protein-Quelle dienen. Sie sind die vegane Alternative zu Milchprodukten, um dich mit den Eiweißen zu versorgen.

Laut dem Pons-Wörterbuch kannst du „Hack“ mit „praktischem Tipp“ übersetzen. Empfehlungen, wie du dich gesund ernährst, findest du beispielsweise hier: Ausgewogene Ernährung: 10 Regeln für den Alltag. Verwendest du regionale Bio-Lebensmittel, unterstützt du gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft.

Biohacking für die Gesundheit

Biohacking richtet sich an Menschen, die im Büro arbeiten. Sie sitzen oft acht Stunden am Tag am Schreibtisch, haben volle Terminkalender und kaum Zeit für eine Mittagspause. Abends kommen sie ausgepowert und gestresst nach Hause. Ihnen sollen die Biohacks helfen zu entspannen und den Körper zu trainieren, sodass er vollen Einsatz bringen kann.

Schlafoptimierung:

  • Um tagsüber die gewünschte Leistung zu bringen, ist es Biohackern wichtig, sich nachts durch einen tiefen Schlaf zu erholen.
  • Dafür bedienen sie sich bei traditionellen Entspannungstechniken, wie  Yoga, Meditation oder Atemübungen. Mit Apps überwachen sie die Schlafphasen, um den idealen Schlafrhythmus zu ermitteln.

Körperliche Fitness:

  • Aus Sicht der der Biohacker bewegt sich der modernen (Büro-) Mensch zu wenig, Rückenschmerzen und erlahmte Muskeln sind die Folge. Biohacking soll die Ausdauer und die Muskulatur möglichst effektiv trainieren.
  • Biohacker testen und messen die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit aus. Oftmals wenden sie Methoden oder Geräte an, die ursprünglich für Leistungssportler gedacht sind, um ihre Leistungsgrenzen auszudehnen. Im Unterschied zu Biohackern trainieren Sportler jedoch unter fachmännischer Anleitung. Der Bayrische Rundfunk berichtet von einer Atemmaske, die während des Lauftrainings die Lungenmuskulatur trainieren soll.
  • Eine weitere Methode ist das HIIT-Training (High Intensity Training). Dabei wechseln kurze aber sehr intensive Trainingseinheiten mit Ruhephasen ab. Das Training soll möglichst effektiv die Muskeln stärken.

Auch bei Biohacking ist zu viel, oft ungesund

Low Carb Ernährung ist der Biohack für mehr Leistung.
Low Carb Ernährung ist der Biohack für mehr Leistung. (Foto: CC0/pixabay/zuzyusa)

Der Bayrische Rundfunk berichtet, dass Ärzte die Biohacking-Bewegung auch kritische sehen.

  • In der Regel verfügen Biohacker über keinen medizinischen Hintergrund. Ärzte warnen daher vor Selbstdiagnosen. Möchtest du dich mit Biohacking beschäftigen, dann sprich dich mit deinem Arzt ab, ob bestimmte Diäten oder andere Hacks für dich sinnvoll sind. Einige der Tipps sind medizinisch nicht bewiesen.
  • Selbstoptimierung kann auch in Stress und Frustration umschlagen. Wenn du dein Ideal nicht erreichen kannst, weil du dir unrealistische Ziele setzt, kann dich das auf Dauer belasten. Regelmäßig die Körperfunktionen zu messen und zu dokumentieren kann sogar zu einem Kontrollzwang führen.
  • Biohacking wendet oftmals Nahrungsergänzungsmittel an. Informiere dich über die möglichen Nebenwirkungen, bevor du an deinem Körper experimentierst. Auch natürliche Stimulanzien wie Koffein können deine Gesundheit schädigen. Das Medizinportal Netdoktor berichtet von Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Schweißausbrüchen, Nervosität und Herzrhythmusstörungen.

Biohacking, Gesundheitswahn mit Nebenwirkungen

Die praktischen Tipps fürs Leben sind im digitalen Zeitalter durch Biohacking zum Lifestyle geworden. Nur bringt dieser gesunde Lifestyle so seine Probleme mit sich.

  • Sammelwut: Moderne Technologie ermöglicht es jedem, selbst den Herzschlag und andere Vitalfunktionen zu messen. Die Diagnoseprogramme helfen allerdings nicht nur Kranken, sondern ermöglichen es Biohackern, medizinische Daten über sich zu sammeln. Je mehr Daten sie über sich auswerten können, umso besser ist die Analyse. Wann sind genügend Daten gesammelt? Und was wenn die Daten in die Hände von Unternehmen wie etwa den App-Betreibern gelangen?
  • Optimierung und kein Ende: Aus der Datenanalyse leiten Biohacker ab, wie weit sie noch von ihrem Ideal entfernt sind. Doch die Sache mit Idealen ist, sie bleiben unerreichbar. Der Versuch sich selbst zu optimieren, ist ein Weg ohne Ende.
  • Keiner ist Perfekt: Biohacker sprechen gerne von einer besseren Version ihrer selbst. Praktischerweise gibt es die passenden Ratgeber oder Coachings gleich dazu. Das Problem dabei ist: Der Markt mit Biohacking funktioniert nur, solange du nicht mit dir selbst zufrieden bist.

Praktische Tipps, wie du gesünder und zufriedener durchs Leben kommst sind in Ordnung – Anleitungen zur Selbstoptimierung, die dir einreden, dass du schneller, stärker und intelligenter werden musst, sind es nicht unbedingt.

Biohacking – ganz ohne Nebenwirkungen

Ein gesundes Frühstück ist auch ein Biohack.
Ein gesundes Frühstück ist auch ein Biohack. (Foto: CC0/pixabay/StockSnap)

Folgende Biohacks können sind sinnvoll und lassen sich einfach in den Tagesablauf einbauen:

Bist du dann schon ein Biohacker, wenn du dich gesund ernährst oder sportlich aktiv bist? Nicht ganz. Aber du lebst auf jeden Fall gesund und kannst vielleicht dich und deine Umgebung genießen. Ganz ohne Zwang nach Verbesserungen.

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Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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